Vogelgrippe
Umfrage "Aufstallung 2005" Der ZEL hat vom 11. bis 22. Januar 2006 eine Online-Befragung zum Thema 'Aufstallung wegen Vogelgrippe' durchgeführt. An der Umfrage haben 287 Geflügelhalter mit insgesamt 8.361 Tieren teilgenommen. Der ZEL bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmern. erschreckende Bilanz Über 10% des Geflügels der Umfrageteilnehmer wurde im Herbst 2005 Opfer der Vogelgrippe. Der tödliche Feind hieß jedoch nicht H5N1, sondern Trittin oder Schnappauf, pathogen war nicht HPAI, sondern der Entzug von 98% des Auslaufs und der Badegelegenheit. Für die Hobbyhalter kam auch ohne Virus der finanzielle GAU: die bisher als Folge der Geflügelpest aufgelaufenen Kosten übersteigen den merkantilen Wert des Geflügels bereits erheblich. Politik und Medien haben sich blamiert, die Stallpflicht als Maßnahme gegen die Vogelgrippe findet keine Akzeptanz bei den Hobby-Geflügelhaltern und geht nach deren Meinung in die falsche Richtung. Zusammenfassung des Ergebnisses Es haben sich 287 Halter mit insgesamt 8.361 Tieren beteiligt. Im Schnitt wurden 9 Wasservögel bzw. 32 Hühner und sonstige Vögel gehalten. Die häufigste Haltungsgröße bei den Teilnehmern waren 1-5 Tiere bei Wassergeflügel und 21-40 Tiere bei Hühnern und sonstigem Geflügel. Jedem Tier stehen normalerweise 69 qm Auslauf, für Wasservögel zusätzlich 5,2 qm Wasserfläche zur Verfügung. Während der Aufstallung schrumpfte die Haltungsfläche auf 2% bzw. 1,3 qm pro Tier. Nur jedem dritten Wasservogel stand während der Aufstallung eine Badegelegenheit zur Verfügung, durchschnittlich 0,33 qm pro Tier. Die Enge der Haltung rief erhebliche Auswirkungen auf das Geflügel hervor. 72% der Halter beobachteten eine Verschlechterung des Allgemeinzustands ihrer Tiere, 92% beobachteten Verhaltensänderungen, in 34% der Haltungen traten Krankheiten auf. In 34% der Haltungen gab es Todesfälle. Insgesamt erkrankten 8,2% der Tiere. 11,1% der Tiere haben die Aufstallung nicht erlebt, totgepickt von Artgenossen, durch Krankheit oder geschlachtet aus Platzmangel. 86% der Halter gaben an, ihr Geflügel auf die eine oder andere Art "aufgestallt" zu haben. Im Schnitt haben die Halter 263 Euro für den Bau, die Erhaltung und zusätzliche Reinigung der z.T. provisorischen Stallanlagen und Volieren ausgegeben und zusätzlich 50 Arbeitsstunden investiert. Pro Tier wurden hierbei 9 Euro und 1,7 Arbeitsstunden, in Haltungen bis zu 10 Tieren sogar 27 Euro und 6,6 Stunden aufgewendet. Dies übersteigt den merkantilen Wert der Tiere erheblich. Dieses unter wirtschaftlichen Aspekten irrationale Verhalten resultiert aus der Tatsache, dass in kleinen Haltungen der Nutztieraspekt eine untergeordnete Rolle spielt. Vielmehr existieren soziale und emotionale Mensch-Tier-Beziehungen. Die Vögel werden ähnlich wie Hunde, Katzen oder andere Heimtiere als Haustiere zum Zweck der Gesellschaft gehalten. 68% der Halter gaben an, dass ihre Vögel für sie diesen Status haben. Bei Haltern mit bis zu 10 Tieren waren es sogar 85%. In der Folge haben auch die Halter unter der Aufstallung gelitten. 76% gaben psychische Belastungen an, 13% verspürten körperliche Auswirkungen. 74% der Halter empfanden die Aufstallung als Eingriff in ihren privaten Lebensbereich. Politik und Medien erhielten mit durchschnittlich 4,8 bzw. 4,9 schlechte Schulnoten. Für 89% der Teilnehmer bot die Politik eher schwache, mangelhafte bis indiskutabel schlechte Leistung. Die Berichterstattung in den Medien wurde von 50% als reißerisch, beeinflussend und suggestiv empfunden. Nur 5% fühlten sich überwiegend sachlich informiert. Trotzdem haben sich die Teilnehmer mehr oder weniger gut mit der überraschend angeordneten Zwangsaufstallung arrangiert. Motivierend könnten angedrohte Ordnungsgelder in 5-stelliger Höhe gewesen sein - hiernach wurde nicht gefragt. Auf jeden Fall gerieten die Geflügelhalter unter Druck. 15% gaben an, dass ihnen die Nachbarschaft skeptisch bis misstrauisch begegnete. 5% der Teilnehmer gaben an, denunziert bzw. angezeigt worden zu sein. Im Ergebnis haben 86% der Teilnehmer aufgestallt. Nur 6% gaben explizit an, ihre Tiere ohne Genehmigung weiter frei gehalten zu haben, 5% machten hierzu keine Angaben. Diejenigen, die meldepflichtige Provisorien gebaut oder keine geschlossenen Ställe genutzt hatten - etwa die Hälfte der Halter - haben dies nur in 21% der Fälle der Behörde angezeigt. Vorgeschriebene medizinische Untersuchungen wurden von den Teilnehmern nur in 19% der Fälle ganz oder teilweise veranlasst. Dennoch: die Akzeptanz der Aufstallung war äußerst gering. Nur 7% der Teilnehmer hielten die Stallpflicht für sinnvoll oder einigermaßen sinnvoll und effektiv im Kampf gegen die Vogelgrippe. Nur 8% sehen ein hohes Risiko durch Zugvögel, für 82% ist die illegale Einfuhr von Tierprodukten das Hauptrisiko. Hingegen hielt eine Mehrheit von 54% die Impfung von privatem Haus- und Ziergeflügel für sinnvoll und effektiv. Für über 90% der Teilnehmer verstößt die Stallpflicht gegen den Tierschutz, 63% antworteten mit 'ja, unbedingt', weitere 28% mit 'überwiegend ja'. So verwundert es nicht, dass die abschließende Frage, ob sich die Teilnehmer zivilen Ungehorsam gegen eine erneute Aufstallung vorstellen könnten, von 37% mit 'ja' und von weiteren 22% mit 'eher ja' beantwortet wurde. Aktionen zur Vogelgrippe Die Eilverordnungen in Deutschland und den Nachbarländern zur zwangsweisen Stallhaltung von Geflügel sind nach unserer gefestigten Meinung überzogen, wenig durchdacht und aus einer falschen Einschätzung der Gefahrenlage zur Vogelgrippe in Europa entstanden. Wir wollen das nicht hinnehmen. In dieser Rubrik finden Sie unseren Forderungskatalog zur derzeitigen und eventuell zyklisch wiederkehrenden Zwangs-Aufstallung unseres Geflügels. Der Forderungskatalog steht in folgenden Sprachen zur Verfügung: deutsch französisch englisch Mehr Hintergrundinformationen finden Sie im Kapitel "Alibi Zugvogel" und in den "Fragwürdigkeiten", die uns aufgefallen sind. mehr: Unsere Forderungen zum Aufstallungsgebot Geflügel muss gemäß einer Eilverordnung zur Vogelgrippe seit 22. Oktober 2005 in ganz Deutschland im Stall gehalten werden. Das "Aufstallungsgebot" gilt sowohl für gewerbliche als auch für Hobby-Tierhalter. Es belastet die Hobbyhalter indischer Laufenten und ihre Schützlinge schwer. Wir fordern: 1. die sofortige Rücknahme der Eilverordnung zur Stallpflicht, denn: * die von der Regierung behauptete Gefahrenlage liegt nicht vor * das Schlüssel-Event 'Vogelgrippe in Moskau' wurde nicht durch Zugvögel ausgelöst 1) * Zugvögel verbreiten die Vogelgrippe H5N1 nicht 2, 3) * mit H5N1 infizierte Wildvögel erkranken schwer und sterben schnell 3) * kranke Wildvögel können keinen Vogelzug mehr ausführen 3) * Tote Enten fliegen nicht ! 4) 2. mindestens die selben Privilegien für die Hobbyhaltung wie für Zoovögel: * Freilandhaltung ab sofort * Impf-Option 5) 3. ein generelles Verbot für die Stallhaltung von Wassergeflügel, denn: * Stallhaltung von Wasservögeln ist Tierquälerei * Tierquälerei verstößt gegen das Grundgesetz 6) * Tiere müssen verhaltensgrecht untergebracht werden 7) * Tiere müssen sich artgerecht bewegen können 7) * Enten muß ein Auslauf zur Verfügung stehen * Enten muß eine Badegelegenheit zur Verfügung stehen Wir stellen weiter fest: 1. Der peinliche Politikerspruch "Wir können nicht ausschließen dass" ist: * keine ordentliche Risikoabwägung * keine Rechtfertigung für millionenfache Tierquälerei * keine Rechtfertigung für das Schlachten aus Platzmangel 9) 2. Mit der Eilverordnung setzt die Regierung auf: * Ermächtigung statt Überzeugung 10) * hohe Bußgelder statt Argumente 11) * Kriminalisierung von Hobby-Geflügelhaltern 12) * Konsens in der Bevölkerung durch Panikmache 13) * die deutsche Tugend der Denunziation 14, 15)
Willkommen
 


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